Afrika, wir kommen...

Dieses Jahr ist es endliche soweit, wir bereisen das südliche Afrika. Zuerst geht es nach Südafrika, wo wir Menschen und Orte besuchen werden, welche Cornelia bei ihrem Aufenthalt in Kids Haven kennen gelernt hat.

Und danach weiter nach Namibia, wo wir hoffentlich viele Tiere aus sicherer Entfernung bestaunen können. Und gemeinsam wieder vieles erleben und geniessen dürfen.

Unsere geplante Route findet Ihr unter Reiseplanung. Wenn immer möglich, werden wir unsere Erlebnisse unter Reisebericht festhalten. Und hoffentlich gelingen uns auch ein paar Schnappschüsse für die Bilder Galerie. Und natürlich freuen wir uns immer über Euren Eintrag im Gästebuch!

Mit lieben Grüssen
Jonas, Lukas, Cornelia und Peter

Seit heute Morgen sind wir wieder in der Schweiz, der grünen, staubfreien, nassen, feucht-warmen, hektischen, organisierten Schweiz. Und kommen langsam an, nicht nur physisch sondern auch mit den Gedanken und den Emotionen. Nur unsere grosse rote Tasche hat es noch nicht ganz geschafft. Sie bleibt noch ein wenig länger in Afrika...

Schöne LodgeNach unserem Wander-Kurz-Urlaub auf dem Waterberg-Plateau haben wir uns auf den kurzen Weg zur Mount Etjo Safari Lodge gemacht. Eine sehr luxuriöse Lodge, wie wir beim kurzen Besuch bei der Reception (zwecks Upload des letzten Berichtes) feststellen dürfen. Wir übernachten auf dem dazugehörigen Dinosaurier Camping, schön am grossen Wasserloch gelegen und mit eigener Lapa (einer winddicht eingezäunten Feuerstelle) und sogar Warmwasser-Dusche.

Dino StapfenDamit sich die Dusche auch lohnt, machen wir uns noch schnell auf, die 200 Millionen Jahre alten Dinosaurier Spuren auf dem Lodge-Gelände zu suchen. Zum Glück ist der Weg dorthin und die Spuren selber gut markiert, sonst hätten wir das wohl nie gefunden.

Löwe frisst GiraffeAm Abend nehmen wir noch an der Löwenfütterung auf der Lodge teil. Dank eines ausgeklügelten Tunnelsystemes können wir den Löwen des Rudels aus nächster Nähe beim Fressen des Giraffen-Fleisches zusehen. Eindrücklich, schon fast ein wenig beängstigend, wenn Dir so ein stattlicher Löwe nur Zentimeter vom Gitter entfernt in die Augen schaut!

Wie kommen wir hier rüberFür die letzten beiden Nächte fahren wir noch weiter Richtung Windhuk, auf die Düsternbrook Gästefarm. Auf dem Weg dorthin erleben wir sogar noch unsere nasses Wunder. Bisher kannten wir Wasser-Durchfahrten nur vom Hörensagen (und anderen Reiseberichten). Und jetzt das! Wir müssen sogar drei Mal durch einen fliessenden Bach fahren (fast schon ein reissendes Wildwasser, aber eben nur fast). Aus gut schweizerischem Sicherheitsdenken heraus senden wir jeweils einen Spähtrupp, welcher barfuss und mit kurzen Hosen den Wasserstand und die beste Route durch das Nass erkunden. Lukas und Jonas machen das gerne, die Abkühlung ist ganz willkommen.

Auf Düsternbrook platzieren wir unser Auto erstmal im eingezäunten Campingplatz, bevor wir uns auf zum Andreas Damm machen. Eine schöne Rundwanderung, vorbei an ebendiesem Damm und zurück auf den Camping. Dabei kommen wir zum Schluss noch an den 'offenen' Plätzen am Flussufer vorbei. Und sind sofort begeistert von der Lage und der Einsamkeit. Also nichts wie los, bei der Reception fragen, ob wir wechseln dürfen? Ja, kein Problem. Dann also auf zum Auto, im Eindunkeln schnell, schnell raus aus dem 'Camping-Käfig' und runter an den Fluss. Die anderen Camper auf dem Zaun-Platz wundern sich, welcher Affe uns wohl gebissen hat. Nachdem wir die Zelte aufgebaut hatten und die Schönheit des simplen Platzes geniessen, merken wir, dass die originelle Self-made-Dusche zwar super cool aussieht, aber leider kein Wasser (mehr) fliesst. Janu, wir haben ja Kanister und so machen wir eine Zu-Fuss-Wasser-Leitung.

Kletter-LeopardAm nächsten Tag heisst es früh aufstehen, da wir schnell nach Windhuk wollen, dort bereits einen Teil unseres Camping-Materials abzugeben, ein wenig Shopping und rechtzeitig zurück nach Düsternbrook für die Nachmittags-Aktivität, Geparden- und Leoparden-Fütterung. Spannend, wie unterschiedlich diese beiden Raubkatzen-Arten doch sind, die Führer erklären, dass es nicht sehr gefährlich wäre, bei den vier Geparden im Gehege zu spazieren, beim einzelnen Leoparden jedoch wohl kaum jemand so ein Wagnis überleben würde...

Tasche packenFür die letzte Nacht in Namibia ziehen wir noch in ein fix aufgebautes Safarizelt, damit wir die restliche Camping-Ausrüstung besser putzen und und unsere Taschen für die Rückreise packen können. Zudem essen wir Znacht und Zmorge auf der Farm, in einem eigenen Zimmer geniessen wir die ruhige Atmosphäre und lassen unsere Reise Revue passieren.

Die Rückreise ist dann schnell erzähl, von Düsternbrook via Vermietung in Windhuk, wo wir unser Gefährt(en) der letzten paar Wochen abgeben, nicht ohne uns für seine treuen und pannen-freien Dienste zu bedanken. Danach auf zum Flughafen Windhuk und via Johannesburg fliegen wir zurück in die Heimat. Wo wir heute morgen müde, aber glücklich und mit einer Tasche weniger ankommen.

Es waren intensive Wochen, Familienzeit pur, viel erlebt, viel gestaunt, manchmal gestritten, häufiger gelacht,... Wir freuen uns schon jetzt auf den nächsten Urlaub!

 

Bevor es schon bald Richtung Heimat geht, melden wir uns doch endlich wieder mit einem Bericht. Namibia ist ein schönes und grosses Land, aber das mit der Internet Abdeckung hapert leider noch ein wenig (ist ja eigentlich ganz gut so, schliesslich sind wir in den Ferien)!

Outdoor Baeckerei KoiimasisNachdem wir in Lüderitz ganze zwei Nächte in einer Pension untergebracht waren, freuten wir uns alle wieder auf das Leben auf dem Campingplatz. Und mit der Ranch Koiimasis in den Tiras-Bergen hatten wir auch wirklich einen Volltreffer gelandet. Nur vier Plätze, wunderschön in die Felsen gebaut. Die Kinder hat natürlich sofort das Kletterfieber gepackt und Cornelia zauberte feine Outdoor-Brötchen, gebacken auf dem Grill. Schade, dass wir hier nur eine Nacht bleiben konnten, es wäre noch so mancher Berg zu erklimmen gewesen.

Cornelia on topDoch auf uns wartete ja eine bergsteigerische Herausforderung der besonderen Art. Düne 45, wo jeder Schritt aufwärts auch einen halben Schritt wieder zurück meint. Also fuhren wir am nächsten Morgen nach Sesriem, dem Ausgangspunkt für den Besuch des Sossusvlei. Diese einmalige Dünenlandschaft gehört zum Pflichtprogramm jeder Namibia-Reise. Und dementsprechend präsentiert sich das Besucheraufkommen in Sesriem und auf dem Campingplatz. Zum Glück bekommen wir einen Platz ganz hinten und aussen, so dass wir schon fast ein wenig 'einsam' sind. Bis dann am späten Abend noch zwei West-Schweizer auftauchen und überzeugt behaupten, dass sie auch auf Campsite 28 seien. Der Platz ist so gross, dass wir ohne Probleme 'teilen' können.

Am nächsten Morgen sind wir dann, voll gemäss Touristen-Standard-Programm, sehr früh aufgestanden, Zelte eingepackt, und nichts wie los in den Park. Punkt 5.45 Uhr öffnet der Park seine Tore und wir stehen an 5. Stelle in der wartenden Auto-Kolonne. Schnell die 45 Kilometer (daher der Name) bis zur Düne 45 gebrettert und dann 'Achtung, Fertig, Los' rauf auf die Düne. Zuerst sind alle ganz schnell, dann sind alle ganz schnell ausser Atem. Und noch später gleicht das Ganze einer Hochgebirgs-Expedition, wo alle in Einer-Kolonne langsam einen Fuss nach den anderen setzen. Aber wir schaffen es; gerade rechtzeitig zu den ersten Sonnenstrahlen erreichen wir den 'Gipfel' und geniessen das Spektakel.

Später erkunden wir noch weitere Dünen, das Deadvlei mit seinen toten Bäumen und warten im Sossusvlei auf den Shuttle. Dieses bringt uns in Rennfahrer-Manier zurück zu unserem Auto, da wir uns nicht selber auf die letzten paar Kilometer durch den tiefen Sand gewagt hatten. Keine schlechte Wahl, denken wir, als wir die vielen steckengebliebenen Touristen Autos sehen ;-)

En GueteAm nächsten Morgen erwachen wir zu un-namibischem Wolken und Regen-Wetter. Schade für die vielen Frühaufsteher, welche heute Morgen den Sonnenaufgang auf einer Düne erleben wollen, der fällt nämlich ins Wasser. Wir packen unsere Sachen langsamer als sonst und siehe da, die Sonne setzt sich doch durch und schon bald sind die Zelte trocken und wir 'on the road' Richtung Swakopmund.
Wow, was für ein spannender Kontrast zwischen Meer und Dünenlandschaft. Wir haben Glück und sehen nie Nebel (welcher an 360 Tagen pro Jahr in Swakopmund herrschen soll), sondern durchgehend schönes Wetter. Auf der Bootstour, bei welcher wir Pelikane und Seerobben aus allernächster Nähe (sprich auf dem Boot) sehen, geniessen wir als krönenden Abschluss Champagner und frische Austern. Sogar die Jungs wagen es und schlürfen zum ersten Mal. Naja, es schmeckt halt salzig...

Am nächsten Tag geht es in die Dünen-Landschaft, wo uns Chris sehr engagiert und spannend erzählt, was so alles in den Dünen kreucht und fleucht. Und wie das Ökosystem dort funktioniert und wie der Mensch auch hier vieles zu zerstören droht. Faszinierend, wie Chamäleon, Dancing White Lady oder Wüstenhase leben und wie sie von Chris gefunden oder sogar ausgebuddelt werden. Zum Schluss fahren wir noch Dünen-4x4-Achterbahn, zur Freude der männlichen Allenspachs.

Hhmmm feinNach diesen drei Tagen Stadt-Leben geht es weiter ins Damaraland, auf den einfachen und rustikalen Aabadi Mountain Campground. Endlich wieder zelten und einfach nur sein. Spielen im Sand, Grillieren auf dem offenen Feuer und Freiluft-Dusche aus einem Eimer mit Löchern. Dazu noch Elefanten, wobei wir bei der kleinen Wanderung zuerst nur die Spuren im Flussbett finden, am Abend sehen wir dann aber wirklich zwei der seltenen Wüsten-Elefanten.

Danach geht der Weg weiter gegen Nordosten, zum Etosha Park. Wohl das bekannteste Highlight Namibias. Hier sind wir drei Tage unterwegs und suchen Tiere. Ob im Auto oder am Wasserloch des Okaukuejo Campingplatz, hier gibt es so viele Tiere, dass es nicht lange dauert, bis man das erste Zebra, einen Springbock oder eine Giraffe sieht. Auch Kudus, Gnus, Hyänen, Schakale (sogar innerhalb des Campings, wo sie Peter einen Schuh zerkauten und eine Socke klauten!!), Strausse, ja sogar Nashörner und Elefanten haben wir gesehen.

Nur die Raubkatzen wollten sich einfach nicht zeigen. Bis wir am letzten Morgen auf unserem Weg südwärts raus aus dem Park noch eine Frühstückspause bei einem Wasserloch einschalten. Als wir ankommen ist nix los, keine Tiere (nicht mal Springböcke und das will was heissen) und keine anderen Autos. Wir packen unsere Brötli aus und essen in Ruhe. Und dann, was kommt denn da auf uns zu? Nein, das sind keine Antilopen, es ist ein Löwen-Pärchen. Der Löwe ist noch relativ jung, seine Mähne sehr kurz. Aber die beiden laufen seelenruhig auf unser Auto zu, vorne vorbei zum Wasserloch. Wir staunen und geniessen. Ein echter Glücksfall. Inzwischen haben sich auch andere Autos und natürlich die grossen Safari-Busse dazu gesellt, das Buschtelefon scheint gut zu klappen.
Glücklich fahren wir zu unserer jetzigen Station, dem Waterberg Plateau Park. Hier haben wir ein einfaches Familien-Chalet und geniessen die gebirgige Umgebung. Sogar eine richtige Wanderung auf das Plateau gibt es hier, Klettern und Cache-suchen inklusive. Daneben wird viel gespielt, Fotos sortiert, dieser Bericht geschrieben, Taschen neu gepackt (als Vorbereitung für die Rückreise). Später geht es sogar noch an den Swimming Pool, mal schauen, wer sich ins kalte Wasser traut?

Mehr Bilder wie immer in der Gallerie!

Schon bald geht es heimwärts, wir geniessen jetzt noch die letzten Tage in vollen Zügen. Bis bald und liebe Grüsse
S'Allenspachs

Wie doch die Zeit vergeht, fast wie im Flug. Schon sind wir eine Woche unterwegs in Namibia und haben uns schon an so vieles gewöhnt, sogar an den omnipräsenten Staub. Aber dazu später mehr.

Nach der letzten Berichte-Schreib-Schicht bis spät in die Nacht, haben wir am nächsten Morgen bei Camping Car Hire unser rollendes Zuhause übernommen. Dank guter Organisation auf Seiten der Vermietung und guter Auffasungsgabe auf unserer Seite geht das Ganze sehr zügig vorwärts. Ähm, welcher Hebel war jetzt schon wieder für den manuellen Wagenheber gedacht?!?...
Danach schnell in der Mall noch einen Ersatz-Windstopper für Jonas suchen (sein alter bleibt im Zululand auf der Strecke), dan Lebensmittel einkaufen und danach alles in unseren Jeep packen (neben unserem Gepäck, der ganzen Campingaustrüstung inklusive Schlafsäcke und Tisch und Stühlen). Mit vereinten Kräften lässt sich auch die Heckklape schliessen und wir machen uns auf den Weg Richtung Süden. Zum Glück ist Peter das Linksfahren schon gewohnt von Südafrika. Und ausserdem ist die Autobahn B1 ein netter Einstieg ins Jeep-Fahren. So wenig Verkehr wünscht man sich mal am Gubrist...

Privatplatz in BagatelleNach der Hälfte der Distanz ist Fahrer-Wechsel und Cornelia fährt den Rest bis zur Bagatelle Kalahari Game Ranch. Unsere ersten zwei Uebernachtungen haben wir auf einem wunderschönen Campingplatz. 5 Plätze, jeder mit eigenem WC- und Dusch-Häuschen, grosszügig verteilt auf der riesigen Ranch. Einfach traumhaft. Erst mal ankommen, Dachzelte aufstellen (ist nicht mal sooo schwierig) und schnell noch etwas Warmes auf dem Gaskocher bevor es dann dunkel und somit bitter kalt wird. Trotz Lagerfeuer landen wir sehr bald in den Schlafsäcken. Gute Nacht!

Schon frühmorgens sind wir wach. Die Nacht war kalt und der Schlaf unruhig. Vielleicht sollten wir das Zelt doch nicht auf drei Seiten nur mit dem Mückennetz schliessen!? Wir machen Feuer und heissen Kaffee (Wärme innerlich und äusserlich) und schon bald kommt auch die Sonne und wir erahnen, wie heiss es in ein paar Stunden werden wird.

Sommer-Ferien-Feeling purHeute ist ein gemütlicher Tag, wir richten unseren Jeep ein, organisieren das Gepäck und geniessen die Zeit. Ein kurzer Spaziergang zur Ranch, wo wir den Cheetah Drive + Sundowner für den Nachmittag buchen. Und für den nächsten Morgen noch den begleiteten Bushman Walk. Vor dem Cheetah Drive gehen wir noch kurz planschen im Swimming Pool, fast kommt Sommerferien Stimmung auf, wenn nur das Wasser nicht so a...-kalt wäre!

Der Cheetah Drive ist spannend, wir erleben die Geparden aus nächster Nähe, die Jungs dank Spezial-Betreuung durch die Guides sogar aus allernächster Nähe. Danach gehts auf eine kleine Düne für den traditionellen Sundowner, einen kleinen Apero beim Sonnenuntergang, wo gemütlich über den Tag und die Erlebnisse geplaudert wird.
Am nächsten Morgen begleiten wir eine Gruppe von traditionellen Buschmännern des San-Stammes. Sie zeigen und erklären uns vieles aus ihrem überlieferten Wissen. Die Sprache mit den Knack- und Zisch-Lauten ist faszinierend, aber wir verstehen überhaupt kein Wort! Zum Glück übersetzt ein Ranger auf Englisch (und wir für die Jungs auf Deutsch). Danach heisst es auch schon Abschied nehmen von Bagatelle, einem wirklich traumhaften Ort.

Köcherbaum SchattenspielWir fahren bis nach Ketmannshop, genauer bis zum Quiver Tree Forest. Gleich bei diesem Köcherbaum Wald haben wir einen Platz im Campground reserviert. Kein Vergleich zu Bagatelle, hier stehen wir schon fast dicht an dicht. Trotzdem schlafen wir gut und beobachten als fast-Profis, wie sich andere Camper beim ersten Mal Dachzelt-Aufstellen anstellen.
Nur eine Nacht bleiben wir dort, danach geht es noch schnell zum Giants Playground, ein Gebiet, welches uns sehr stark an den Joshua Tree Park in den USA erinnert. Auch hier können die Jungs (und wir) viel Energie beim Klettern und Klettern und Klettern austoben. Danach fahren wir weiter bis zum Canon Roadhouse. Dort stehen allerlei alte, rostige Autos herum und auch im Innern ist alles zum selben Thema dekoriert. Ganz witzig. Wir beziehen unsere Campsite (Nummer 5), wo wir die nächsten zwei Tage bleiben werden. Am Abend bläst ein bissiger Wind, so dass wir unser Couscous-Znacht und den anschliessenden Jass im Schatten von Auto und Dachzelt geniessen.

Eine windige und kalte Nacht später werden wir von lauten Hilfeschreien geweckt. Oder eben nicht geweckt, da Cornelia zwar im WC-Häuschen eingesperrt ist, ihre Schreie aber von den drei tief-schlafenden Männern einfach nicht gehört werden. Zum Glück hat der Camping-Nachbar sie bemerkt und hilft bei der Rettung durch das Fenster! Was für ein Start in den Tag...
Nach dem Schrecken fahren wir zum Fish River Canyon, dem angeblich zweitgrössten Canyon der Welt. Obwohl wir vor zwei Jahren den grössten besuchen durften, den Grand Canyon in den USA, ist auch der Fish River Canyon sehr imposant. Vor allem die 5-tägige Wanderung entlang des Flusses klingt sehr spannend und vielleicht gibt es ja einmal die Möglichkeit dazu.
Nach einer weiteren kalten Nacht und einem frostigen Frühstück suchen (und finden) wir noch unseren ersten Geocache in Namibia. Danach fahren wir nach Aus. Die Klein-Aus Vista ist unser Uebernachtungsplatz auf dem Weg an die Küste. Leider verbringen wir dort nur eine Nacht. Es hätte so viele wunderschöne Wanderwege, wir schaffen nur den Viewpoint Trail und am nächsten Morgen den Mountain Trail. Den machen wir verkehrt rum und haben so einige Mühe, die Wegweiser 'rückwärts' zu finden. Vor dieser Wanderung geniessen wir das Zmorge Büffet in der Lodge. Hmmm, fein...

Zum Glück sind alle gesundSeit zwei Tagen sind wir nun in Lüderitz, in der Kairos Cottage direkt am Meer. Schöne Aussicht mit Sonnenuntergangs-Garantie, ausser es hat Nebel wie gestern. Dann hört man dafür die Nebelhörner der einfahrenden Schiffe. Die zwei Nächte in 'richtigen' Betten waren gemütlich, eine eigene Dusche mit Warmwasser ist auch nicht zu verachten. Aber wirklich wichtig war der Zwischenstopp hier für unsere Wäsche. Jetzt ist nämlich alles wieder sauber und bereit für die nächsten Tage ;-)
Ausserdem haben wir die Sehenswürdigkeiten von Lüderitz besucht. Die Waterfront, eine sehr kleine, bescheidene Kopie von Kapstadt. Kolmannskoppe, die Diamanten-Geister-Stadt, welche in den 40er Jahren für ein besseres Abbau-Gebiet aufgegeben wurde und seither langsam aber sicher vom Sand zurück erobert wird. Die Lüderitzerbucht mit dem Diaz-Point, welche uns mit garstigem Nebel-Wetter überraschte.

Heute geht es endlich wieder weiter mit Zelten, ich freue mich aufs Lagerfeuer heute Abend. Weitere Bilder findet Ihr in der Gallerie. Liebe Grüsse von Allenspachs!

Sogar auf unserer Reise zeigen sich diese Gegensätze, aber dazu später mehr.

Schlafzimmer in Kids Haven CenterNach einer letzten Nacht im Aero Guest House gehen wir heute früh los und besuchen das Center von Kids Haven. Wo wir auf Moira (Gründerin) und Terri (Managerin) treffen. Bei der anschliessenden Führung durch das Center trifft Cornelia immer wieder auf bekannte Gesichter und auch sonst ist noch vieles wie früher. Für uns alle ist es eindrücklich, wie hier auf engem Raum viele Kinder zusammen leben, Kinder, welche meistens gerade erst von der Strasse kommen und sich an ein geordnetes Leben mit Schranken und Regeln erst wieder gewöhnen müssen.

Noch vor dem Mittagessen verabschieden wir uns, denn heute liegen ein paar Stunden Fahrt vor uns. Auf dem Weg nach Ladysmith kommen wir in den Genuss von afrikanischem Tank-Service: Sitzenbleiben und zuschauen, wie ein anderer (meistens dunkelhäutiger) die Arbeit macht...

Bullers Rest Lodge in LadysmithDiese Nacht verbringen wir in der Bullers Rest Lodge, ein schmuckes Plätzchen, sowohl aussen wie innen liebevoll dekoriert und gepflegt. Leider haben wir uns nicht fürs Abendessen angemeldet und können so nicht im schönen Saal bei Kaminfeuer dinieren. Dafür kommen wir in den Genuss des Taxiservices in das Guniea Fowl Restaurant, Peter darf sogar mit dem Rennwagen fahren (von 0 auf 100 in wenigen Sekunden...). Das Essen ist reichlich, gut und gemütlich. Wir geniessen auch eine Flasche guten Wein. Nach der Rückfahrt (wieder sau-mässig schnell, zumindest der Rennwagen) heisst es dann, ab ins Bett. Doch leider verwechselt Peter die WC-Duft Spraydose mit einem Deo und sprüht sich den Lavendel frontal an die Stirn. Es war halt schummrig dunkel und nicht so klar ersichtlich, wo die Sprühdose hinzielt...

Diese Nacht schlafen alle gut (zumindest nachdem sich das Gelächter der Nacht beruhigt hatte), so machen wir uns fit und ausgeruht auf den Weg ins Zululand. Zuerst noch im lokalen SPAR einkaufen für die Familie von Promise. Als Geschenk und Dank für ihre Gastfreundschaft, wollen wir ihnen Lebensmittel und ein paar Spielsachen für die Kinder bringen. Also Grosspackungen Kartoffeln, Orangen, Reis, Mehl und vieles mehr in den Einkaufswagen gepackt, an der Kasse bezahlt und dann, ohoo.. Das Zeugs sollte auch noch im Auto verstaut werden. Neben dem Gepäck von 5 Reisenden. Als alles Drücken, Stossen und Quetschen nichts mehr bringt, werden einfach die überzähligen Teile auf die Passagiere auf den hintersitzen verteilt. Und Cornelia als Beifahrerin wird auch noch schön mit Waren zugedeckt. So macht die Fahrt nach Nkandla zwar ein bisschen weniger Spass, kommt uns aber dafür umso länger vor!

Rund ums Indoor-FeuerDie Tage bei Promise Familie in der Nähe von Nkadla sind eindrücklich. Einfache, runde Lehmhütten mit Strohdächern, nach genauesten Regeln angeordnet und viele Frauen und Kinder. Männer sehen wir fast keine im Zululand, meistens sind diese weit weg und versuchen mittels Gelegenheits-Jobs ein wenig Geld für die Familie zu verdienen. In der zentralen Hütte wird auch gekocht. Über dem offenen Feuer! In einem geschlossenen Raum!! Der Rauch klebt jetzt noch in unseren Lungen, Nasen und Haaren fest (sogar die Holzbrillen riechen gut geräuchtert)!

Outdoor-Mal-StubeNeben dem Rauch, der auch in unserer Schlafhütte allgegenwärtig ist, beeindruckt vor allem die Langsamkeit, die Gemächlichkeit des Lebens dort. Die Kinder finden zwar immer jemanden zum Spielen, aber wir Erwachsenen sitzen und warten. Manchmal gibt es etwas zu essen, dann wieder warten, ein paar Worte wechseln, warten und wieder essen. Wir haben uns immer gefreut, wenn wir ins Bett gehen 'durften', Schlafen war eine willkommene Abwechslung. Diese anstrengende Langsamkeit, das kalte Wetter (morgens hatten wir immer Rauhreif) und die Rauch-erei haben uns bewogen, dass wir bereits einen Tag früher weiter fahren, nach Hluhluwe, wo uns wärmeres Wetter und eine recht gegensätzliche Unterkunft erwarten.

Recht luxeriösDrei Tage bleiben wir nun in Bushwillow, wo wir das Green Monkey Orange Bungalow bewohnen. Recht luxeriös und bis ins Detail im Farbschema Grün-Orange eingerichtet. Sogar einen kleinen Pool hat es vor der Terasse, aber reingewagt hat sich dann doch niemand (so warm war das Wetter auch hier nicht)! Aber das Beste daran, dieses Bungallow liegt mitten im Kuleni Game Park, einem privaten Reservat, wo es keine Raubtiere hat, nur 'ungefährliches' wie Giraffen, Gnus, Nialas, Antilopen, Warzenschweine, Perlhühner, viele Vögel, etc. Deshalb kann man in diesem Park auch zu Fuss unterwegs sein, auf den offiziellen Wegen sogar ganz alleine und ohne Ranger.

Strassen-Blockade der tierischen ArtZweimal lassen wir uns aber trotzdem von Ryan, dem Südafrikaner, durch den Busch führen. Der Morgen-Walk ist interessant und lehrreich und beim Spider-Walk am Abend sehen wir zum ersten Mal, wie viele Spinnen es wirklich überall hat. Gut, wenn man keine Angst vor diesen Geschöpfen hat ;-) Ausserdem fahren wir in den Hluhluwe-Imfolozi Park, wo Jan uns auf einen 3-stündigen Game-Drive in seinem Jeep mitnimmt. Wir sehen Giraffen, Büffel, Antilopen aller Art, Zebra und sogar einen Elefanten relativ nahe. Natürlich hoffen wir, dass Namibia betreffend Tiersichtungen noch ein wenig besser wird, aber es war ein guter Anfang.

Heute hiess es dann Abschied nehmen. Zuerst von Bushwillow, dann von Alex (sie fliegt zurück in die Schweiz, wir werden sie hier sehr vermissen) und zum Schluss von Südafrika. Denn von Durban via Johannesburg sind wir nach Namibia geflogen. In Windhoek bleiben wir nun eine Nacht und morgen Früh werden wir dann unser Fahrzeug (welches gleichzeitig unsere Schlafunterlage sein wird) in Empfang nehmen und dann geht der zweite Teil unseres Afrika-Abenteuers los. Wir freuen uns!!!

Liebe Grüsse an alle (und ja, wir haben mitbekommen, dass Schland Weltmeister ist) und mehr Bilder wie immer in der Gallerie!

So habe ich mir unsere Afrika-Reise vorgestellt; ich sitze im gemütlichen Lounge-Sessel unterm Stroh-Dach, vor mir ein kühles Savanna Dry, die Kinder spielen zusammen Billard und nebenan plätschert der Pool.

OK, die Kleidung habe ich mir sommerlicher vorgestellt und an Baden im Pool ist nicht zu denken (es fehlt nicht viel zur ersten dünnen Eis-Schicht), aber es ist halt Winter hier ;-) Und erst vor zwei Tagen waren wir doch noch im warmen Schweizer Sommer!

Später gehts nicht mehr...Nach einem späten Nachtflug, der wegen des Gewitters noch ein wenig später wurde und auf dem die Jungs ihren Vorsatz (mindestens 5 Stunden Gamen und Filme gucken) schon nach wenigen Minuten kläglich scheitern sahen, haben wir gestern Vormittag in Johannesburg afrikanischen Boden berührt. Zwar fast eine Stunde zu spät, aber Alex war sich ja zum Glück schon an afrikanische Pünktlichkeit gewöhnt, so dass dieses bisschen Warten kein Problem war.

Sogar mit PoolDanach ging es direkt zur Aero Guest Lodge, wo wir die ersten zwei Nächte schlafen werden. Das Familien-Zimmer, welches als zu klein für 5 Personen vermarktet wurde, erwies sich dann als grosses Zimmer, wo locker eine weitere Matratze Platz hatte. Und hier zeigte sich dann auch die positive Seite der afrikanischen Spontanität und Kreativität. Sofort wurde uns ein weiteres Bett ins Zimmer gestellt; was auch wärme-technisch besser ist (bei knapp über 0 Grad nachts).

Danach ging es gleich weiter ins Lakeside Mall, wo wir Promise und ihre Tochter Nondumisso treffen. Nach mehreren Jahren fällt das Wiedersehen entsprechend emotional aus. Noch schnell etwas zusammen essen gehen, erste Einkäufe machen und dann geht es los; wir treffen Ralph, einen Bündner, welcher mit Cornelia zusammen in Benoni als Volunteer gearbeitet hatte und seit dann in Südafrika hängen geblieben ist. Er stellt uns sein neuestes Projekt 'Younitiate' vor und fährt dazu mit uns ins Township, wo er tätig ist. Dort sehen wir einige der dortigen Kindergärten. Diese Blechhütten mit einem Raum für 30 Kinder und keinerlei Infrastruktur sind eindrüklich, auch Jonas kann sich nicht so richtig vorstellen, wie es in so einem Chindsgi zugehen soll.

Milktart - Typisch Afrikaans und feinAm Abend essen wir bei Ralph und seinen 4 Pflege-Jungs zu Abend, diskutieren über dies und das und die Jungs spielen zusammen Playstation. Auch ohne Englisch bzw. Deutsch Kenntnisse. Als Dessert gibt es Milktart, ein typisches Dessert der weissen Afrikaans-Bevölkerung.

Tschutte braucht keine WorteDanach ab in die Guest Lodge, wo alle tief und fest schlafen. Horizontal ist viel bequemer als im Economy-Sitz! Heute Morgen sind wir dann ins Kids Haven Village gefahren, eine Art Pestalozzi-Dorf für Kinder, welche nicht bei ihren Eltern leben können. Promis arbeitet dort als Betreuerin und zeigt uns alles. Die meisten Kinder sind zwar ferienbedingt abwesend, aber auch so hat es genügend Kinder für einen Fussball-Match.

NoLuJoDanach fahren wir zu Promise ins Township. Sie lebt dort mit ihrer Tochter Nondumisso in einem einzigen Raum, bekocht uns aber trotzdem fürstlich mit einem afrikanischen Gericht. Die Jungs spielen draussen mit Nondumisso und anderen Kinder aus der Nachbarschaft. Wenns keine Spielsachen hat, spielt man halt mit dem, was es hat, Steine, alte Büchsen, Plasticksack, etc.

Danach gings noch kurz in den Bruma Market. Der war vor vielen Jahren wohl noch spannend afrikanisch, aber jetzt leider nur noch chinesisch, janu. Morgen gehts dann ins Kids Haven Center und danach machen wir uns auf Richtung Kwazulu-Natal, wo Promise Familie lebt. In Ladysmith werden wir übernachten, damit die Etappe nicht zu lang wird.

So, jetzt muss Schluss sein, der Akku leer, das Essen ruft und ja, etwas Positives zum Wetter zum Schluss...Mein Savanna Dry ist schön kühl geblieben ;-)

Liebe Grüsse von Allenspachs und Alex!

Bilder gibts in der Gallerie

So, die Taschen sind gepackt (alles unter 23 kg ;-) ) und bereits auf dem Weg ins Flugzeug (oder zumindest am Flughafen abgegeben). So bleibt uns nur noch, diesen letzten Arbeits-, Schul-, Hausarbeits-Tag gut hinter uns zu bringen und dann am Abend gemütlich zum Flughafen zu fahren.

Um 22.45 sollten wir dann losfliegen und für die Jungs beginnt dann der Teil der Reise, auf welchen sie sich am meisten freuen; nein, nicht Elefanten, Löwen oder Giraffen sind ihre Höhepunkte. Sie freuen sich vor allem auf das Fliegen...oder genauer auf den Bildschirm im Vordersitz, wo man stundenlang Filme schauen und Games spielen kann. Mal schauen, wer von beiden früher einschläft.

So, das war's für heute, wir melden uns dann das nächste Mal vom afrikanischen Kontinent! Und natürlich freuen wir uns auch immer über liebe Grüsse im Gästebuch!